zerzura

 
Mai
1942

Montag, 4. Mai
Start um 6 Uhr früh... führten Maschine <7610> und <2252> auf der Route Rebiana-Bzema und L.G. No.7. Auf dem letzten Abschnitt (No.7 nach Kufra) gepeilter Steuerkurs 305°. Nach Erreichen der errechneten Ankunftszeit Anflugsziel nicht gefunden,  Kursänderung auf 125°. Triebwerkschaden an <2252>; Aussenlandung.

Dienstag 5. Mai
Peilung Helio, Kufra, aber kein Empfang. Sie empfangen uns definitiv – Kufra gab uns Q. <5713> flog 45 Meilen Kurs Ost – Gilf Kurs 90°. Hannes, Frank und Oliver in <5713> Bearing 290° - 100 Meilen. Kehrten nicht zurück.

Mi, 6. Mai
<7610> flog mit Bearing 290° - nichts gefunden. Unser letztes Wasser, nur eine Flasche pro Mann. Nachmittags Sandsturm. Die meisten der Kameraden tot – das Sterben begann 14 Uhr. Ich lebe noch, aber wie lange ? Van Breda sehr geschwächt. Immer noch ein bißchen Wasser übrig. Ich brach den Kompass auf, wegen des Alkohols. Muntert auf. Nicht so heiss heute wie die letzten Tage – aber ganz ohne Wasser geht es nicht.

Donnerstag, 7. Mai
Die Mannschaft wird reihenweise verrückt – wollen sich gegenseitig erschiessen – bin selbst sehr schwach – werde ich ihnen Einhalt gebieten können, sich zu erschiessen ? – Bitte, gib uns Kraft.

Freitag, 8. Mai
Noch sechs von uns übrig – von zwölfen – kein Wasser mehr – wir erwarten den Tod heute im Lauf des Tages. Er wird uns willkommen sein ... wir gehen durch die Hölle. 

Samstag, 9. Mai
Hope, Sgt.
Vos und Lew ebenfalls tot. Nur ich, Shipman und Juul sind noch übrig. Wir können durchstehen, wenn ganz bald Hilfe kommt – sie wissen wo wir sind, aber scheinen sich nicht allzu viel darum zu scheren. Ein wenig armselig, oder? Aber wir werden das jetzt durchziehen bis zum bitteren...
(nicht mehr lesbar)

Sonntag, 10. Mai
... der fünfte Tag ... der zweite ohne Wasser, in glühender Hitze ... „Wir legen unser Schicksal in Deine Hände“... Wir können nichts mehr tun als dazuliegen und zu warten ... vielleicht dürfen wir diese Hölle auf Erden bald verlassen ... haltet uns fest...

 

Aus dem Tagebuch von Major de Wet. Die Leichen von Major de Wet und seiner Mannschaft wurden am 11.Mai 1942, 12:30h neben ihrem Flugzeugwrack in der libyschen Wüste von einem Suchtrupp entdeckt. Ein Überlebender (Juul) wurde aufgenommen und nach Kufra geflogen.

foto & text (in English language) published at http://fjexpeditions.virtualave.net/saafblenheims.html